Frisch gebundene Schmalebäseli

Schmalebäseli nach alter Tradition

Im Oktober 2021 las ich im Beobachter einen Beitrag über den Oberhaushof und sah, dass auf einem Bild Grashandbesen aus Pfeifengras, sogenannte Schmalebäseli, abgebildet waren. Als Kursleiterin für die Herstellung von Schmalebäseli war mein Interesse geweckt. Schmalebäseli sind Grasbesen, die Bäuerinnen in den Schweizer Alpentälern traditionell jeweils im Herbst aus «Schmaleni», knotenfreien Pfeifengräsern der Art Molinia Caerulea, flechten.
Südfassade des Oberhauses mit sprossenlosen Isolierfenstern im Erdgeschoss

Eine neue Idee für alte Fenster

In den 1960er-Jahren, als meine Grosseltern Albert und Rosmarie Bühler den Hof übernahmen, bekam das Oberhaus neue Fenster. In den bewohnten Räumen im Erdgeschoss wurden die alten Sprossenfenster ausgebaut und moderne Isolierfenster ohne Sprossen eingesetzt. Dadurch wurde vieles einfacher.
Antike Holztür mit Türknauf aus Metall

Der neue Türknauf sieht alt aus

Einige Türen im Oberhaus haben neben einer Türfalle auch einen Türknauf. Oft lassen sich die alten Türen einfacher schliessen, indem man am Türknauf zieht, als dass man die Falle betätigt. An einer der Türen im ersten Stock fehlte jedoch der Knauf. Wir haben deshalb den Kunstschmied Martin Zacherl gebeten, uns ausgehend von einem bestehenden Knauf eine Kopie anzufertigen, mit der wir den fehlenden Türknauf ersetzen können.
Klavier der Marke Feurich in der oberen Stube

Drei Tasteninstrumente, drei Geschichten

Neben ein paar kleineren Instrumenten befinden sich auch drei Tasteninstrumente im Bestand des Oberhaushofs. Das letzte kam erst vor wenigen Tagen an, seine Geschichte ist aber von Beginn weg mit dem Oberhaushof verbunden. Es handelt sich dabei um einen Bechstein-Flügel aus den 30er-Jahren. Dieser steht nun im neuen Aufenthaltsraum im Waschhaus. Der Flügel wurde ursprünglich von meiner Grosstante Berta Bühler gekauft. Was sie darauf gespielt hat und wie gut sie gespielt hat, weiss ich nicht.

Ein antiker Pferdeschlitten und eine antike Kutsche mit Lederverdeck

Winterfestes Luxusgefährt

Drei der grössten Objekte, die zu den Lebensspuren gehören, stehen im grossen Raum im unteren Bereich der Trotte, wo früher Wein gepresst wurde. Dort thronen sie auf einem hölzernen Podest: zwei elegante Kutschen mit Verdeck – sogenannte «Chaisen» – und ein Pferdeschlitten.
Tonflasche als Vase für Ährenstengel

Dekorative Heilwasserflaschen

In einem Schrank im zweiten Stock des Oberhauses fanden wir vor einer Weile eine ganze Reihe alter Keramikflaschen. Diese Flaschen enthielten einmal Heilwasser aus dem Emser Kränchen, einer Heilwasserquelle in Bad Ems, einem Kurort im deutschen Rheinland. Das Wasser aus dieser Quelle enthält zahlreiche Salze und gilt als heilsam bei Erkrankungen der Atemwege und Bronchien.
Kinderkochherd mit Pfannen und Kamin, im Hintergrund ein Buch mit dem Titel «Hausmütterchens Kochschule»

So spielt die angehende Hausmutter

Zu den zahllosen Gegenständen aus früheren Generationen, die meine Grosseltern Albert und Rosmarie Bühler thematisch sortiert in den Räumen des Oberhauses ausgestellt haben, gehören auch Kinderspielsachen für Jungen und Mädchen. Anhand dieser Gegenstände lassen sich einige interessante Aspekte zur Geschichte des Spiels betrachten.
Blau bepolsteter Ohrensessel mit Beistelltisch

Neues Leben für Grossvaters Lieblingssessel

Polstermöbel stehen in den Zimmern des Oberhauses viele herum. Auf manchen sitzt man sehr hart, andere sind so weich, dass man direkt darin versinkt. Einige sind jedoch so bequem, dass man sich stundenlang hinfläzen wollte. Ein Exemplar der besonders gemütlichen Sorte stand lange im Wohnzimmer meiner Grosseltern in der vorderen Stube.
Bügeleisen unterschiedlicher Bauweisen, nebeneinander auf einem Bügeltisch aufgereiht

Evolution des Bügeleisens

Im Oberhaus befinden sich Gegenstände aus zweieinhalb Jahrhunderten. Von manchen Gegenständen haben wir deshalb mehrere Exemplare aus unterschiedlichen Zeiten. Dazu gehören zahlreiche Kleidungsstücke, aber auch Möbel, Werkzeuge oder Haushaltgegenstände. Eine der interessantesten Produktreihen ist jene der Bügeleisen.
Filmrollen in einer Kartonschachtel

Das Buch (8): Bertha Bühlers Filmrollen

Wir sind am Schreiben. Dabei müssen wir auch Pausen einlegen und gehen dann durch die Zimmer im Oberhaus. In der Eckkammer bleiben wir vor der Glasvitirine mit den alten Kameras stehen. Die eine Balgkamera stammt von Anna Boller vom Bollergut und wurde auch von ihrem Vater Adolf um 1900 benutzt. Daneben die elegante und handliche Rollfimkamera der Marke Contessa-Nettel, Modell Piccolette, mit der Bertha Bühler bis Mitte der 1960er Jahre fotografierte.
Schneidmaschine und Wegwarten-Wurzel

Kaffee aus Wegwarten-Wurzeln

Im Bestand des Oberhauses befinden sich einige kuriose Küchengeräte. Eines davon ist die sogenannte «Wägluegere-Schnätzli», eine Schneidemaschine für die Wurzeln der Wegwarte, auch bekannt unter dem Namen Zichorie oder Chicorée. Das Gerät steht auf dem Tisch in der ehemaligen Wäschekammer, wo meine Grosseltern die im Haus gefundene Kücheneinrichtung versammelt haben.
Verlängertes und verbreitertes Himmelbett im Chämmerli

Himmlisch schlafen im Himmelbett von 1730

Schon bald kehrt wieder Leben ins Oberhaus ein – im Frühling eröffnet das B&B Oberhaushof. Die Gäste übernachten bei uns in historischen Räumen, die teilweise mit alten Möbeln aus dem Haus, teilweise mit modernen Möbeln eingerichtet sind. Zwei ganz besondere Schmuckstücke sind die Himmelbetten von 1730 und 1734, die wir für unsere Gäste hergerichtet haben.
Gartenlaube unter der Linde hinter dem Oberhaus

Hedis Linde

Vor beinah hundert Jahren, am 5. Januar 1921, kam die zweite Tochter des Hauptmanns Albert Bühler und seiner Frau Hedwig Bühler-Boller zur Welt. Sie bekam den Namen Hedwig nach ihrer Mutter, genannt wurde sie jedoch – wie die Mutter – einfach Hedi.
Porträt-Zeichnung von Albert Bühler als Kind

Der doppelte Albert

In meinem letzten Blogbeitrag erzählte ich vom Buch «Stilles Ufer» meines Urgrossvaters Albert Bühler. Dabei erwähnte ich, dass der Maler Victor Wildhaber die Zeichnungen für das Buch beigesteuert hatte. Dieser in Stäfa ansässige Maler pflegte eine langjährige Beziehung zur Familie Bühler und fertigte zahlreiche Bilder vom Oberhaushof und seinen Bewohnern an.
Rostiger Kohleofen mit Schaufel in einer Ecke

Als wir noch mit Kohle heizten

Das Oberhaus hat schon verschiedene Heizsysteme gesehen. Ursprünglich wurden die wichtigsten Räume im Haus über verschiedene Kachelöfen beheizt. Zu diesen Räumen gehörten die Stuben für die Familie und Gäste sowie das Schlafzimmer der Hausherren. Andere Zimmer wurden mit kleinen Kohleöfen beheizt.