Im Bauvertrag steht, wie viel Wein es gibt, aber nicht, wie gross das Haus wird
Tritt man vom Garten her durch den Südeingang ins Oberhaus, fällt einem an der Wand rechts neben dem Eingang ein gerahmtes Dokument ins Auge: der Bauvertrag fürs Oberhaus.
Wo einst Füchse geschossen und Hechte gefangen wurden
Der Herbst ist die Zeit der Jagd. Im letzten Jahrhundert wurde auch auf dem Oberhaushof und im kleinen Waldstück unten am See noch gejagt, und am Seeufer unterhalb des Hofs wurden Forellen, Egli und Hechte gefangen. Besonders fleissig war Albert Bühler-Boller.
Das Familienarchiv im Staatsarchiv – Abschluss oder erst der Anfang?
Im März 2025 war es so weit: Die ersten Dossiers des Familienarchivs Bühler wurden im Online-Katalog des Staatsarchivs Zürich (StAZH) publiziert. Damit ist eine wichtige Etappe abgeschlossen: die Verzeichnung und konservatorische Aufbereitung dieses umfangreichen Familienarchivs.
Zwischen Papier, PDF und Archivsoftware – Inventarpflege im Oberhaus
Als meine Grossmutter Rosmarie Bühler in den Siebzigerjahren begann, die Objekte im Oberhaus zu pflegen, zu sortieren und nach und nach zu einer Ausstellung zu arrangieren, legte sie parallel dazu ein Inventar der Objekte im Haus an.
Ordnung ist das halbe Leben – die Erschliessung der Archivbestände des Oberhaushofs
Zugegeben: Die Redensart «Ordnung ist das halbe Leben» mag im Alltag etwas abgedroschen klingen. Auf die Archivierung im Allgemeinen und auf die Erschliessung des Archivbestands der Familie Bühler im Speziellen trifft sie jedoch in sehr konkreter Weise und in mehrfacher Hinsicht zu. Rosmarie Bühler-Wildberger (1934–2016) hat im wahrsten Sinne des Wortes ihr «halbes Leben» der Dokumentation, der Sortierung und der Inventarisierung des Haus- und Familienarchivs (sowie der Objekte) gewidmet.
Lebensspuren im Zwischenarchiv
Im November 2021 haben wir vom Staatsarchiv, zusammen mit Stefan und Jonas Bühler, den «zweidimensionalen» Teil der Lebensspuren, der langfristig erhalten werden soll, eingepackt und nach Zürich überführt. Dabei handelt es sich um Akten, Bände, Hefte, Pläne, Urkunden, Fotos und weitere Dokumente zur Geschichte des Oberhauses und der damit verbundenen Familienmitglieder.
Lebensspuren entfernen, um sie zu erhalten
In den letzten Tagen herrschte reges Treiben im Oberhaus. Früh am Montagmorgen fuhr ein Lastwagen vor und lud rund einhundert Kartonschachteln aus, die sodann auf die unteren drei Stockwerke des Oberhauses verteilt wurden. In diese Schachteln verpackten wir in den folgenden drei Tagen diverse Bücher, Briefe, Hefte, Pläne und weitere Schriftstücke aus dem Bestand der Lebensspuren.
Das Buch (7): «Räumung & Auszug aus dem Oberhaus»
Forschen und Recherchieren ist eine sehr zielgerichtete Arbeit und erfordert ein fokussiertes Vorgehen, um sich nicht in den Bergen von Quellen und der Flut von Informationen zu verlieren. Dabei hat aber auch immer der Zufall seine Hand im Spiel, dass plötzlich das Auge an einer Überschrift, einem Satz, einem einzelnen Wort hängen bleibt oder einem etwas in die Finger kommt, wonach man nicht gesucht hat. So sind wir auf ein Bündel herausgerissener Seiten aus einem Kassabuch gestossen, überschrieben mit «Räumung & Auszug aus dem Oberhaus». Sofort erkennen wir die spitze Handschrift von Hedwig Bühler-Boller, der Schwiegermutter von Rosmarie Bühler-Wildberger.
Frisch ab Quelle
In einer Vitrine im sogenannten «Säli» im ersten Stock des Oberhauses liegt eine Skizze des Dorfs Feldbach um das Jahr 1800. Neben Gebäuden und Wegen sind darauf die privaten Wasserleitungen verzeichnet, die das Dorf mit frischem Quellwasser versorgten. Unten rechts auf der Skizze ist eine Legende angebracht: Hier steht, wer wie viel Anteil an dem Wasser hatte, das die Feldbacher bei einer Quelle oberhalb des heutigen Schulhauses angezapft hatten.
Das Buch (4): Die Recherchen im Fundus der Dokumente
Begonnen haben wir unsere Recherchen mit der Sichtung und Auswertung der vielen Dokumente. Sie befinden sich an ganz verschiedenen Orten des Hauses. So liegen in einer Schublade im Salon Rechnungsbücher aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, in den beiden Kästen links und rechts der Balkontüre Fotografien, Briefe, Pässe, Ansichtskarten, Heiratsanzeigen, Pläne von Scheunen, Brunnen, Strassen- und Eisenbahntrassees, Werbematerialien von der Viehzucht bis zu Kurhäusern aus halb Europa, und vieles, vieles mehr.
Kunst am Bauplan
Neben dem Oberhaus selbst befinden sich auf dem Oberhaushof verschiedene weitere Gebäude. Eines davon ist die Scheune aus dem Jahr 1893. Im Erdgeschoss, wo früher Kühe gehalten wurden, hat heute die Getreidezüchtung Peter Kunz ihr Labor. Der alte Heuboden ist als Lager vermietet.
Der Stammbaum der Familie Bühler
In einem stattlich eingerichteten Zimmer im ersten Stock des Oberhauses – dem sogenannten Säli – hängt der Stammbaum der Familie Bühler. Er reicht von Hans Büler und Elsa Roth, die irgendwann im 15. Jahrhundert gelebt haben, bis zur Generation meiner Urgrosseltern Albert und Bertha Bühler.
Stilles Ufer – der Oberhaushof vor hundert Jahren
Mein Urgrossvater Albert Bühler – einer von vielen Albert Bühler in unserer Familie – bewirtschaftete den Oberhaushof in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Er war Landwirt aus Leidenschaft und ein begeisterter Jäger und Fischer. Sein Land und die sich darauf befindliche Natur waren ihm heilig.
