Mit Mineralwasser und Nachttopf gegen Krankheiten und Keime
Das Gesundheitswesen hat in den letzten Jahrhunderten Fortschritte erzielt wie kaum ein anderer Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Wie viel schwieriger Gesundheitsversorgung und -prävention früher waren, zeigt ein Blick in den Einbauschrank in der sogenannten Seifenkammer im zweiten Obergeschoss des Oberhauses.
Das Ausstellungsdepot für die Forschung öffnen
Die Ausstellung Oberhaushof umfasst geschätzt rund 80’000 Objekte. In der Ausstellung können wir natürlich nur einen Teil davon zeigen. Ein grosser Teil der Objekte lagert im Ausstellungsdepot in der ehemaligen Heuerkammer, wo früher die saisonalen Heuhelfer untergebracht waren.
Im Bauvertrag steht, wie viel Wein es gibt, aber nicht, wie gross das Haus wird
Tritt man vom Garten her durch den Südeingang ins Oberhaus, fällt einem an der Wand rechts neben dem Eingang ein gerahmtes Dokument ins Auge: der Bauvertrag fürs Oberhaus.
Wo einst Füchse geschossen und Hechte gefangen wurden
Der Herbst ist die Zeit der Jagd. Im letzten Jahrhundert wurde auch auf dem Oberhaushof und im kleinen Waldstück unten am See noch gejagt, und am Seeufer unterhalb des Hofs wurden Forellen, Egli und Hechte gefangen. Besonders fleissig war Albert Bühler-Boller.
Der Silberlöffel als Abbild eines bürgerlichen Beziehungsgeflechts
Das sogenannte Gotti- oder Göttibesteck ist eine Tradition, die bereits im 19. Jahrhundert in bürgerlichen Familien verbreitet war. Gotte und Götti schenkten ihrem Patenkind zur Taufe und zu Geburtstagen Besteck, damit es irgendwann ein vollständiges Set für den eigenen Haushalt haben würde.
Ein Waschtag auf dem Oberhaushof
Heute werfen wir schmutzige Wäsche einfach in die Waschmaschine. Anfang des letzten Jahrhunderts war das Waschen noch deutlich mühsamer. Es war eine anstrengende und aufwendige Arbeit.
Im schwarzen Kleid vor den Altar
Wenn wir heute an ein Brautkleid denken, haben wir ein weisses Kleid vor Augen. Das war nicht immer so. Zwar heirateten einzelne Exponentinnen des europäischen Hochadels bereits im 17. Jahrhundert in Weiss, für die allermeisten Frauen war ein weisses Hochzeitskleid jedoch keine Option.
Das Familienarchiv im Staatsarchiv – Abschluss oder erst der Anfang?
Im März 2025 war es so weit: Die ersten Dossiers des Familienarchivs Bühler wurden im Online-Katalog des Staatsarchivs Zürich (StAZH) publiziert. Damit ist eine wichtige Etappe abgeschlossen: die Verzeichnung und konservatorische Aufbereitung dieses umfangreichen Familienarchivs.
Verräterische Spuren der Sparsamkeit
Vor kurzem liessen wir einen alten Ohrensessel, der früher im sogenannten Säli gestanden hatte, neu bepolstern. Nach getaner Arbeit übergab uns Beat Schöbi, der Polsterer, zusammen mit dem frisch bepolsterten Sessel ein Couvert mit Zeitungsschnipseln.
Mit den Schlittschuhen nach Rapperswil
Der 1. Februar des Jahres 1963 sollte in die Schweizer Geschichtsbücher eingehen. Nachdem ein Glaziologe der ETH die Eisdicke geprüft hatte, wurde der zugefrorene Zürichsee um 12 Uhr mittags für die Bevölkerung freigegeben.
Als im Oberhaus das Licht anging
Die Weihnachtszeit ist die Zeit der frühen Sonnenuntergänge und dunklen Nächte. Sie ist aber auch die Zeit der Lichter, die in jeder Strasse, jedem Schaufenster, jeder Stube funkeln. Diese umfassende Beleuchtung ist ein relativ modernes Phänomen: Noch Ende des 19. Jahrhunderts war elektrisches Licht eine Seltenheit. Strassen und Häuser mussten mit Gas, Öl oder Kerzen beleuchtet werden, was aufwändig und teuer war.
Wo junge Frauen das Porzellanmalen lernten und Ehen arrangierten
Im 18. und 19. Jahrhundert herrschte in der bürgerlichen Oberschicht die Meinung, dass die Töchter wohlhabender Familien keiner bezahlten Arbeit nachgehen sollten. Stattdessen sollten sie heiraten und die Rolle als Hausfrau und Mutter annehmen. Um sie auf diese Rolle vorzubereiten, wurden sie nach der obligatorischen Schulzeit häufig auf sogenannte Töchterinstitute oder Töchterschulen geschickt.
Rinder statt Reben – als sich der Oberhaushof neu erfinden musste
Das ausgehende 19. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs. In der generellen Aufbruchstimmung gaben viele Grossgrundbesitzer die Landwirtschaft auf und wurden zu Unternehmern. Auch in der Verwandtschaft der Familie Bühler sattelten Leute um: Der Müller Hürlimann eröffnete eine Brauerei, ein gewisser Adolf Bühler von der Gamsten oberhalb Feldbachs gründete die Maschinenfabrik in Uzwil.
Geschichte vernetzt: Bertha Bühler und Magdalena Bühler-Hürlimann am Katharinen-Turm des Fraumünsters
Seit August ziert ein installativer Turm das Fraumünster in Zürich – der sogenannte Katharinen-Turm. Dieser symbolische Turm wurde vom Verein Katharinen-Turm initiiert und ist eine Hommage an den ursprünglichen zweiten Turm des Fraumünsters. Er erinnert an die letzte Äbtissin Zürichs, Katharina von Zimmern.
Als die Russen flohen und ihre Löffel zurückliessen
Viele der Gegenstände im Oberhaus haben eine Geschichte zu erzählen. Manche Objekte erzählen ziemlich abenteuerliche Geschichten. Eine regelrechte Räuberpistole ist zu fünf mit kyrillischen Schriftzeichen versehenen Silberlöffeln überliefert, die auf dem Esstisch im Windengang ausgestellt sind.
