Ein Beitrag von Jonas Bühler.
Die Ausstellung Oberhaushof umfasst geschätzt rund 80’000 Objekte. In der Ausstellung können wir natürlich nur einen Teil davon zeigen. Ein grosser Teil der Objekte lagert im Ausstellungsdepot in der ehemaligen Heuerkammer, wo früher die saisonalen Heuhelfer untergebracht waren.

Hier türmen sich heute Metallregale bis unter die Decke. Darauf stapeln sich Umzugskartons, in denen in säurefreies Papier eingewickelte Kleider, Geschirr oder Kinderspielsachen verpackt sind. An einer Stange hängen Festkleider in Schutzhüllen, in einer Ecke stehen alte Spinnräder. Im Schlupf neben der Heuerkammer sind Bilder unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler aus diversen Epochen eingelagert.
Damit die Objekte nicht einfach im Depot liegen bleiben und Platz beanspruchen, wollen wir das Depot öffnen – für Forscherinnen und Forscher, aber auch für Museen und Kurationsteams auf der Suche nach Leihgaben.
Um dies zu ermöglichen, müssen wir das Inventar der hier eingelagerten Objekte digitalisieren. Das aktuelle Inventar basiert noch auf dem handschriftlichen Inventar, das Rosmarie Bühler-Wildberger, die Initiantin der Ausstellung, geführt hatte. Dank Fördermitteln können wir das Inventar des Depots nun in dieselbe Datenbank übertragen, in der bereits das Inventar der Ausstellung erfasst ist.

Mit der Erschliessung des Depots unternehmen wir einen weiteren Schritt, um die Ausstellung zugänglicher zu machen – auch für die Forschung. Unsere Sammlung ist für die historische und kulturwissenschaftliche Forschung vor allem deshalb interessant, weil die Objekte darin nicht aktiv gesammelt wurden. Sie haben sich in der fast 300-jährigen Geschichte des Oberhaushofs schlicht angesammelt. Entsprechend bieten sie ein umfassendes Panorama über zehn Generationen Familienleben in all seinen Facetten – vom Kinderbuch über Näharbeiten und Landwirtschaftswerkzeug bis hin zu Grabschmuck.
Wir planen, das Inventar des Depots bis Ende 2026 in die Datenbank zu übertragen. Ab dann müssen Forschende das Depot nicht mehr vor Ort durchforsten, wenn sie etwas suchen, sondern können digital und von fern Informationen zu Objekten abrufen. Neben Informationen zum Objekt selbst umfassen diese auch Angaben zu dessen Herkunft und damit verbundenen Personen.

