Ein Beitrag von Jonas Bühler.
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über das politische Engagement der Familie Bühler in und für Feldbach geschrieben. Die Bühler vom Oberhaushof waren aber nicht die Einzigen, die den Weg in die Politik fanden.
So wurde zum Beispiel Hans Heinrich Hürlimann-Bleuler, ein Nachbar und enger Verwandter der Familie im Oberhaus, 1830 als einer der ersten Landbewohner in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Ab 1908 sass Rudolf Reichling-Rebmann aus Stäfa gemeinsam mit seinem Schwager Albert Bühler-Reichling im Kantonsrat. Sein Sohn und sein Enkel sollten es später sogar bis zum Nationalrat bringen.
Ein weiterer Verwandter, Adolf Boller-Meier, sass von 1902 bis 1911 mit Albert Bühler-Reichling im Kantonsrat. Damals waren sie allerdings noch nicht verwandt – Adolfs Tochter Hedwig und Alberts Sohn Albert gaben sich erst 1917 das Ja-Wort.
Adolf Boller-Meier war wie Albert Bühler-Reichling Teil der liberalen Fraktion des Parlaments, und wie der spätere Schwiegervater seiner Tochter war er ein vermögender Landwirt. Sein Gut befand sich in Hinteregg östlich der Forch.

Im Lauf seines Lebens hatte Adolf Boller-Meier diverse Ämter inne. Er war Präsident der Kirchenpflege, amtete als Bezirksrichter und Gemeindepräsident von Egg. Zudem war er einer der Mitgründer der Forchbahn.
Der Fokus seines politischen Engagements lag jedoch auf der Landwirtschaft, genauer gesagt der landwirtschaftlichen Ausbildung. Es war ihm ein grosses Anliegen, dass junge Landwirte ihren Beruf richtig lernen konnten, und dass landwirtschaftliche Innovation ihren Weg auf die Höfe fand. Zu diesem Zweck engagierte er sich unter anderem in der Aufsichtskommission der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof. Auch im Kantonsrat brachte er diverse Vorstösse rund um die Landwirtschaft und deren Weiterentwicklung ein.

Neben seiner theoretischen Arbeit legte er auch selbst Hand an. In sorgfältiger Handarbeit fertigte er Modelle landwirtschaftlicher Geräte, um deren Verwendung zu demonstrieren. Diese zeigte er an der Landesausstellung 1914 in Bern an einem eigenen Stand. Dazu hängte er Plakate auf, die Informationen zur Führung eines Milchbetriebs vermittelten.
Diese Plakate sind uns erhalten geblieben, ebenso die Modelle. Eines der Plakate und sämtliche Modelle haben wir heute in einer Box im Keller des Oberhauses ausgestellt. Sie erzählen die Geschichte von einem, der sich bereits vor hundert Jahren dafür einsetzte, dass die Landwirtschaft mit der Zeit geht und sich eine Zukunft erhält.

