Ein Querschnitt durch drei Jahrhunderte Baugeschichte

Bild: Martin Zeller

Ein Beitrag von Jonas Bühler.

Aktuell werden im ersten Stock des Oberhauses drei Zimmer sanft renoviert, um sie den Gästen des B&B Oberhaushof zugänglich zu machen. Diese Renovation ist die jüngste in einer langen Geschichte von Umbauten, die das Oberhaus seit seinem Bau im Jahr 1743 erlebt hat. Da solche Eingriffe immer nur einen Teil des Oberhauses betrafen, können wir heute im Haus einen Querschnitt durch die letzten drei Jahrhunderte Baugeschichte betrachten.

Zimmerecke mit Aussteuerschrank vor einer Holzwand, daneben die steinerne Aussenwand mit Fenster
Der ursprüngliche Bauzustand ist in der Seifenkammer im zweiten Stock noch gut sichtbar. Bild: Martin Zeller

Seit der Fertigstellung des Oberhauses im Jahr 1743 baulich praktisch unverändert sind die obersten drei Stockwerke. Hier sind Wände, Decken und Fussböden aus rohem Holz, nur die Aussenwände sind Mauerwerk. Isolation sucht man hier vergebens, auch unter dem Dach. Das Einzige, was in diesen Räumen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts baulich ergänzt wurde, sind die Fenster – einige wurden erst kurz vor der Jahrtausendwende eingebaut – und das elektrische Licht, das mit dem Stromanschluss im Jahr 1908 ermöglicht wurde. Ausserdem wurde das Dach in den 1990er-Jahren mit einem Unterdach ergänzt.

Die Räume in den oberen Stockwerken des Oberhauses waren grösstenteils unbewohnt. Einzig die Knechte und die Heuer übernachteten hier oben. Die Wohn- und Repräsentationsräume der Familie Bühler und die Kammer für die Mägde befanden sich hingegen im Parterre und im ersten Stock. Diese Räume wurden laufend dem aktuellen baulichen Standard angepasst. Es wurden Stuckdecken angebracht und die Wände mit Tapeten bezogen. Ein grösserer Eingriff fand in den 1930er-Jahren statt, als moderne sanitäre Anlagen eingebaut wurden. Neu ersetzte eine Toilette mit Wasserspülung die Latrine, die an der nördlichen Hauswand angebaut gewesen war und nun zurückgebaut wurde.

Die Küche wurde in den 60er-Jahren nach modernsten Prinzipien umgestaltet und eingerichtet. Bild: Martin Zeller

Dieselben Räume wurden später von meinen Grosseltern Albert und Rosmarie Bühler-Wildberger bewohnt. Als sie den Hof in den 60er-Jahren von der vorangehenden Generation übernahmen, passten sie die Räume an ihre Bedürfnisse an. Insbesondere wurde der alte Gusseisenherd in der Küche durch eine moderne Küchenkombination mit Elektroherd und Kühlschrank ersetzt. Als ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin wusste Rosmarie, wie Arbeitsflächen und Stauräume angeordnet sein mussten, damit man die neue Küche optimal nutzen konnte.

Für die Nutzung der unteren Geschosse des Oberhauses als Bed & Breakfast wurden in den letzten zwei Jahren erneut gewisse Umbauarbeiten nötig, insbesondere im Bereich der Sanitäranlagen. Die bestehenden Badezimmer im Parterre und im ersten Stock wurden sanft renoviert, und angrenzend an die vordere Stube wurde ein neues Badezimmer eingebaut, damit alle Studios über ihr eigenes Bad verfügen. Um das Flair des historischen Oberhauses zu erhalten, beschränkten sich diese Eingriffe auf ein Minimum. Aus Brandschutzgründen wurde zudem die Treppe zwischen dem Parterre und dem ersten Stock eingehaust. So haben die Gäste im ersten Stock auch im Brandfall einen sicheren Fluchtweg.

So sollen die schrankförmigen Bad-Kuben in den drei Zimmern im ersten Stock aussehen, wenn der Umbau abgeschlossen ist.

Mit der Umnutzung der drei Zimmer im ersten Stock für das Bed & Breakfast müssen nun auch hier sanitäre Anlagen installiert werden. Zwei der drei Zimmer verfügen bereits über einen Wasseranschluss und Waschbecken, die Toiletten und Duschen werden nun in Form von Bad-Kuben ergänzt, die in den Zimmern platziert werden. Ausserdem werden die Wände, Decken und Böden der Zimmer wieder in Stand gesetzt.

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